CBDCs vs. Stablecoins: Wichtige Unterschiede und was Sie wissen müssen
Digitale Währungen gewinnen in verschiedenen Sektoren und Ländern an Bedeutung und könnten das Ende des physischen Bargelds einläuten. Diese auch als elektronische Währungen bekannten Zahlungsmittel existieren ausschließlich in digitaler Form und dienen als Wertspeicher für den Kauf von Waren und Dienstleistungen.
Im Gegensatz zu Fiat-Währungen wie Banknoten, die physisch gehandhabt werden, lassen sich digitale Währungen nur über Computer oder mobile Geräte abwickeln. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Formen etabliert, darunter digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und Kryptowährungen wie Stablecoins, die bei Privatpersonen, Unternehmen und Regierungen an Beliebtheit gewinnen.
Obwohl beide als digitale Zahlungsmittel fungieren, dienen sie unterschiedlichen Zwecken. Für Einzelpersonen, Unternehmer und Investoren ist es entscheidend, diese Unterschiede zu verstehen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Was sind digitale Zentralbankwährungen (CBDCs)?
Eine digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) ist eine digitale Form der offiziellen Währung eines Landes, die von dessen Zentralbank ausgegeben wird. Ihr Wert wird von der Zentralbank festgelegt und entspricht dem der physischen Landeswährung. Sie kann ähnlich wie Bargeld für Zahlungen, als Wertanlage oder zur Abwicklung von Transaktionen zwischen Unternehmen und Finanzinstituten verwendet werden.
Ein Hauptziel bei der Einführung von CBDCs ist die Förderung der finanziellen Inklusion. Herkömmliche Transaktionen erfordern oft physische Anwesenheit und können umständlich sein, was viele Menschen von der Teilnahme am Finanzsystem ausschließt. CBDCs bieten Einfachheit, Komfort und leichten Zugang zu Finanzdienstleistungen und ermöglichen so eine breitere Beteiligung.
Darüber hinaus erleichtern CBDCs effizientere und kostengünstigere grenzüberschreitende Überweisungen. Sie basieren häufig auf der Blockchain-Technologie, die Geldtransfers ohne geografische Beschränkungen ermöglicht.
Zu den Ländern, die CBDCs bereits eingeführt haben oder sich in fortgeschrittenen Pilotphasen befinden, gehören China (e-CNY), Indien (e-Rupee), Jamaika (JAM-DEX), die Bahamas (Sand Dollar) und Russland (Digitaler Rubel).
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Arten von CBDCs
Digitale Zentralbankwährungen lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:
Retail-CBDCs
Diese digitalen Währungen sind für den allgemeinen Gebrauch durch Verbraucher und Unternehmen bestimmt. Retail-CBDCs gibt es in zwei Varianten: tokenbasiert und kontobasiert. Tokenbasierte CBDCs ermöglichen Transaktionen zwischen Nutzern mithilfe von kryptografischen Schlüsseln, während kontobasierte CBDCs ein verifiziertes Konto zur Durchführung von Transaktionen erfordern.
Wholesale-CBDCs
Diese Form ist nicht für die breite Öffentlichkeit, sondern für Transaktionen mit hohem Volumen zwischen Banken und anderen Finanzinstituten vorgesehen.
Was sind Stablecoins?
Stablecoins sind eine Art von Kryptowährung, deren Wert an einen anderen Vermögenswert gekoppelt ist, um Preisstabilität zu gewährleisten. Als Basiswert dienen häufig Fiat-Währungen wie der US-Dollar (USD), Gold oder andere Rohstoffe.
Die hohe Volatilität vieler Kryptowährungen macht sie für alltägliche Transaktionen unzuverlässig. Stablecoins wurden entwickelt, um dieses Problem zu lösen, indem sie ihren Wert an einen stabilen Vermögenswert binden. Aufgrund dieser Stabilität sind sie eine attraktive Option für Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen, um Transaktionen im In- und Ausland zu erleichtern.
Arten von Stablecoins nach Sicherungsmechanismus
Stablecoins sichern ihren Wert durch verschiedene Mechanismen, die als Sicherheiten (Kollateral) dienen. Man unterscheidet hauptsächlich vier Arten:
- Fiat-gedeckte Stablecoins sind durch Währungen wie den US-Dollar oder Euro besichert, meist im Verhältnis 1:1. Beispiele sind Tether (USDT) und USD Coin (USDC).
- Krypto-gedeckte Stablecoins werden durch Reserven anderer Kryptowährungen abgesichert. Um deren Volatilität auszugleichen, sind diese Stablecoins überbesichert, was bedeutet, dass der Wert der hinterlegten Reserven den Wert der ausgegebenen Coins übersteigt. Ein bekanntes Beispiel ist DAI.
- Algorithmische Stablecoins nutzen Smart Contracts, um das Angebot zu steuern und so den Preis zu stabilisieren. Fällt der Preis, wird das Angebot reduziert, steigt er, wird es erhöht. Dieses Modell birgt Risiken, wie der Zusammenbruch von TerraUSD (UST) zeigte.
- Rohstoffgedeckte Stablecoins sind durch physische Vermögenswerte wie Gold, andere Edelmetalle oder Öl besichert. Der Wert dieser Stablecoins schwankt mit dem Preis des zugrunde liegenden Rohstoffs. Beispiele sind Tether Gold (XAUT) und Paxos Gold (PAXG).
Hauptunterschiede zwischen CBDCs und Stablecoins
Obwohl sowohl digitale Zentralbankwährungen als auch Stablecoins digitale Währungen sind, die als Wertanlage und für Transaktionen genutzt werden können, gibt es wesentliche Unterschiede.
| Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) | Stablecoins |
|---|---|
| Ausgabe durch die Zentralbank eines Landes. | Ausgabe durch private Unternehmen oder dezentrale Organisationen. |
| Gedeckt durch die Währungsreserven des Landes. | Gedeckt durch Fiat-Währungen, Rohstoffe, Krypto-Assets oder Algorithmen. |
| Unterliegen der vollständigen Regulierung durch staatliche Aufsichtsbehörden. | Können je nach Emittent teilweise oder gar nicht reguliert sein. |
| Sind ein offizielles gesetzliches Zahlungsmittel. | Sind kein offizielles gesetzliches Zahlungsmittel. |
| Die Regierung hat die volle Kontrolle über Ausgabe und Nutzung. | Die Kontrolle liegt bei einer zentralisierten oder dezentralisierten privaten Instanz. |
| Transaktionen können von der Regierung überwacht werden, was die Privatsphäre einschränkt. | Bieten potenziell ein höheres Maß an Privatsphäre, insbesondere bei dezentralen Emittenten. |
Rolle und Anwendungsfälle von CBDCs und Stablecoins
Digitale Zentralbankwährungen sind eine von der Regierung ausgegebene elektronische Alternative zur physischen Währung. Ihre Einführung kann den Umgang mit Bargeld vereinfachen, die finanzielle Inklusion fördern und grenzüberschreitende Geldtransfers erleichtern. Zudem ermöglichen CBDCs eine effizientere Überwachung der Geldmenge und stärken die Geldpolitik eines Landes.
Stablecoins sind privat ausgegebene digitale Währungen mit stabilem Wert, die sich gut für nationale und internationale Transaktionen eignen. Neben ihrer Funktion als Zahlungsmittel spielen sie eine wichtige Rolle im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) und im Kryptohandel, wo sie als weniger volatile Alternative zu anderen Kryptowährungen dienen.
Die Zukunft von CBDCs und Stablecoins
Die zunehmende Nutzung von Stablecoins hat das Potenzial digitaler Währungen aufgezeigt und die Entwicklung von CBDCs durch Staaten beschleunigt. Es bleibt die Frage, ob beide Währungsformen nebeneinander existieren oder im digitalen Zahlungsverkehr konkurrieren werden.
Eine Koexistenz ist wahrscheinlich, da sie unterschiedliche Zwecke erfüllen: CBDCs als gesetzliches Zahlungsmittel und Stablecoins als privat ausgegebene digitale Währungen. Dennoch gibt es Herausforderungen. Bei CBDCs bestehen Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre aufgrund der staatlichen Überwachung. Stablecoins hingegen sind oft unzureichend reguliert, was bei einem Verlust der Wertbindung zu erheblichen Verlusten führen kann, wie der Fall von TerraUSD (UST) zeigte.
Beide Währungsarten sind zudem anfällig für Cyberangriffe wie Hacking oder Phishing. Fortschritte bei der Blockchain-Sicherheit und neue Vorschriften wie die „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) Verordnung der EU sind wichtige Schritte zur Schaffung eines sicheren digitalen Finanzsystems. Weitere Anstrengungen von Entwicklern und politischen Entscheidungsträgern sind jedoch notwendig, um das Potenzial dieser Währungen voll auszuschöpfen.
Schlussfolgerung
Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und Stablecoins sind zwei verwandte, aber unterschiedliche Arten digitaler Währungen. Die Hauptunterschiede liegen in ihrer Ausgabe, Deckung, Kontrolle und ihren primären Anwendungsfällen. Ein klares Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um ihre jeweilige Rolle im Finanzsystem zu bewerten.
Beide Währungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Zukunft globaler Finanzsysteme, in denen geografische Grenzen an Bedeutung verlieren. Sie treiben die digitale Transformation des Finanzwesens voran und eröffnen neue Möglichkeiten für Handel und Zahlungsverkehr weltweit.
Häufig gestellte Fragen
-
Was ist der Hauptunterschied zwischen einer CBDC und einem Stablecoin?
CBDCs werden von der Zentralbank eines Landes ausgegeben und sind eine digitale Form der offiziellen Landeswährung. Stablecoins hingegen werden von privaten Unternehmen ausgegeben, und ihr Wert ist an einen externen Vermögenswert wie den US-Dollar oder Gold gekoppelt. -
Sind CBDCs eine Art von Kryptowährung?
Nicht direkt. Obwohl CBDCs die Blockchain-Technologie nutzen können, sind sie zentralisiert und werden von einer staatlichen Behörde kontrolliert. Die meisten Kryptowährungen, wie Bitcoin, sind dezentralisiert und unterliegen keiner zentralen Kontrolle. -
Warum gelten Stablecoins als „stabil“?
Ihr Wert ist an einen stabilen externen Vermögenswert gebunden, zum Beispiel eine Fiat-Währung wie den US-Dollar (oft im Verhältnis 1:1) oder Rohstoffe wie Gold. Diese Deckung durch Reserven soll Preisschwankungen minimieren, die bei anderen Kryptowährungen üblich sind. -
Welche Länder haben bereits eine CBDC eingeführt?
Mehrere Länder haben CBDCs bereits eingeführt oder befinden sich in fortgeschrittenen Testphasen. Dazu gehören die Bahamas (Sand Dollar), Jamaika (JAM-DEX) sowie China (e-CNY im Pilotprojekt) und Indien (e-Rupee im Pilotprojekt). -
Welche Risiken sind mit Stablecoins verbunden?
Das Hauptrisiko besteht darin, dass die Kopplung an den Basiswert verloren geht („De-Pegging“). Dies kann passieren, wenn die Reserven zur Deckung des Stablecoins nicht ausreichen oder das Vertrauen der Anleger schwindet. Algorithmische Stablecoins sind besonders anfällig, wie der Zusammenbruch von TerraUSD (UST) gezeigt hat.